Eine kleine Geschichte über’s Fernsehen

Im folgenden Artikel möchte ich an der wöchentlichen Blogparade des Webmasterfriday teilnehmen. Das Thema diese Woche lautet: Fernsehen in der Blog-Ära – Was schaust Du noch? Alle lieben das Fernsehen… oder doch nicht? Erstaunlicherweise schaun die Leute “doch eher selten” in die Röhre wenn man sie danach fragt, wissen aber erstaunlicherweise immer über neusten Klatsch und Tratsch Bescheid. Wie sieht es denn nun wirklich mit dem allgemeinen Fernsehkonsum aus? Das sollte sich hier jeder für sich selbst einmal fragen…

Der Fernseher, eines unser liebsten Kinder

Diese Aussage ist vielleicht etwas gewagt, trifft aber auf unsere Gesellschaft erstaunlich oft zu. Neben dem Auto, ohne das die meisten Menschen scheinbar nicht mehr auskommen (mich eingeschlossen) und das sie daher als ihr liebstes Kind bezeichnen, nimmt wohl der heimische Fernseher den zweiten Platz ein. Täglich wird konsumiert und in manchen Haushalten wird sofort nach Betreten der Wohnung die Glotze eingeschaltet. Früher machte man das Radio an, heute ist es immer mehr das Fernsehen, das oft sogar nur den Hintergrund ausfüllt aber trotzdem eingeschaltet sein muss.

Ich wage mal zu sagen, dass wir uns somit in vielerlei Hinsicht vom Fernsehen abhängig machen. Es ist ganz einfach, Glotze an-, Kopf ausgeschaltet und los geht’s für die kommenden paar Stunden. Was ist aber wenn der Strom mal ausfällt? Sind wir dann noch in der Lage uns mit uns selbst und unseren Mitbewohnern/Familie zu beschäftigen? Diese Frage sollten wir uns einfach alle mal stellen um zu sehen inwiefern das Fernsehen unseren Alltag mitbestimmt.

Mein Leben und der Fernseher

Ich bin jetzt 37 und ich will im Nachhinein nicht wissen wie viele Jahre davon ich vor dem Fernseher verbracht habe. Heute habe ich meinen Standpunkt weitlegend geändert was das betrifft.

Vor 4 Jahren sind wir umgezogen und da fiel es mir auf: 3 tragbare und 2 grosse Fernsehgeräte hatten sich über die Jahre hin bei uns angesammelt und das gab mir schon zu denken. Durch irgend einen, nennen wir es mal Instinkt, sah ich mich dazu verleitet diese 5 Mattscheiben so in der neuen Wohnung zu positionieren, dass man sie auch jederzeit in Betrieb nehmen konnte. Heute frage ich mich wieso, denn mal abgesehen davon dass sie Platzfresser (und Zeitfresser) sind, waren sie einfach nur überflüssig.

Nun zum Zitat Fernsehen in der Blog-Ära! Genau der Umstand des Bloggens hat bei mir bewirkt, dass ich meinen Fernsehkonsum auf ein schwindend geringes Minimum reduziert habe. Mir ist das Internet da doch lieber und da meine ich definitiv nicht die Sozialen Netzwerke. Das Netz bietet uns in seinem derzeitigen Stand eine schier unversiegbare Quelle an Informationen aus denen wir frei wählen können was wir schlussendlich konsumieren wollen. Ausserdem bietet es noch ausreichend neue Karrieremöglichkeiten und die interessieren mich weitaus mehr als irgend eine Pseudo Reichen-Doku oder eine Recycling-Station für vergessene Medienstars.

Es geht auch ohne Glotze…

… denn ich habe letztes Jahr kurzerhand ausgemistet und alle Geräte bis auf eines entsorgt. Es steht im Wohnzimmer und mittlerweile kann ich stolz behaupten dass mein Konsum im Schnitt gerade mal 20 Minuten am Tag ausmacht. Meine Frau und ich wir sehen uns jeden zweiten oder dritten Tag eine Serie auf DVD (ja, noch immer kein BlueRay) an und das war’s. Ich bin es satt meine Zeit mit Unterhaltungsmüll zu verbringen und ich bin es leid mir einen 90 minütigen Film mit Werbung auf 150 Minuten gestreckt anzusehen. Wenn ich unterhalten werden will, dann Bestell ich mir einen Film oder eine Serie auf DVD. Wäre ich Single, hätt ich die Glotze eh schon verschrottet. Generell langweilt mich das Programm sowieso nur und zur Not kann man sich Filme auch mal auf dem Computer anschauen. (Da hat man zwar einen kleineren Bildschirm und kein Surround, aber dafür einen Grund mehr mal wieder in’s Kino zu geh’n) Ab und wann sehe ich mir dann doch mal eine Doku oder irgend einen anspruchsvollen Film auf Sendern wie Arte an.

Das hört sich vielleicht alles ein wenig extrem an, aber ich habe mich auch nicht von einem Tag auf den anderen für diese Einstellung begeistert. Es gab auch mal Zeiten in denen ich täglich den Fernseher zum Einschlafen brauchte, eine Tatsache die heute für mich einfach undenkbar wäre. Ich sitze öfters abends noch eine Stunde in meinem Büro/Wohnzimmer und lese ein Buch, mache noch eine Recherche oder widme mich interessanten Dingen die ich immer schon mal ausprobieren wollte. Ich habe seitdem das Gefühl und die Zufriedenheit etwas für meine Bildung und meine Persönlichkeit getan zu haben. Mehrwert also.

Das Konzept des Lifestyle Design

Dieser Blog ist noch ziemlich neu und es gibt noch nicht so viele Artikel, aber das Konzept und die Idee die ich verfolge liegt im Sinne eines alternativen Lifestyle den erstaunlicherweise immer mehr Menschen heute leben wollen. Wir sind zuviel damit beschäftigt uns Tag für Tag im Hamsterrad zu drehen und wollen natürlich unseren Ausgleich für den Alltagsstress und die Sorgen die uns Beruf und Zukunft bereiten.

Wir alle haben Talente und Dinge die uns Spass machen. Ich finde es bedauernswert mit anzusehen wie viele Menschen ihre Zeit und ihr Potential damit vergeuden indem sie ihre Zeit mit derart subtilen Zeitfressern wie dem Fernsehen vergeuden. Das Leben ohne Glotze ist alles andere als langweilig und nach und nach  lernt man wieder sich mit sich selbst zu beschäftigen und auch wieder klare Gedanken zu fassen. Ich lehne daher seit geraumer Zeit Dinge die mich generell nerven oder langweilen kategorisch ab. Man erntet dafür zwar nicht immer vollstes Verständnis, aber mit der Zeit gewöhnt sich auch das Umfeld daran. Schliesslich sind es meine Neuronen die ich vor dem Selbstmord abbringen will!

Wem das jetzt zu schräg klingt, der sollte sich als kleiner Denkanstoss mal den Artikel von Tim und das 14 Tage Experiment ansehen denn das passt hier wirklich gut zum Thema. Wie wäre es mal mit 2 Wochen Fernsehfasten. Probiert es doch einfach mal aus, es lohnt sich in jedem Fall. Nehmt euch die gewonnen Zeit und denkt über euren alternativen Lifestyle nach.

One Response to Eine kleine Geschichte über’s Fernsehen

  1. [...] Claude: “Es geht auch ohne Glotze” [...]

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